In der Gestalttherapie geht es u.a. darum, zu respektieren, dass es sich bei den Symptomen des Kindes um seine persönliche Ausdrucksweise handelt, mit schwierigen Situationen zurechtzukommen. Symptome “wegzutherapieren” ist nicht das Ziel der Gestalttherapie, sondern mit dem Kind zusammen die Wurzel des problematischen Verhaltens zu erkennen um dann gemeinsam neue Lösungen zu finden. Das Kind wird im Therapieprozess als gleichwertiger Partner anerkannt.
Diagnostik und Therapie finden vorwiegend durch das Spiel und durch die Nutzung kreativer Medien (Ton, Farbe, Knetmasse etc.) statt, der verbale Austausch steht eher im Hintergrund, besonders bei kleineren Kindern. Die Eltern werden durch regelmäßig stattfindende Gespräche in den Therapieprozess einbezogen.
Ein Kind, das zeitweilig im Laufe seiner Entwicklung nicht angemessen wahrgenommen werden konnte und dessen Bedürfnisse nach Zuwendung nicht befriedigt wurden, wird in der Therapie eventuell auf ein niedrigeres Entwicklungsniveau zurückkehren, im Rahmen der Therapie dann liebevolle Zuwendung erfahren um dann wieder ”groß” sein zu können und sich anderen Kindern wieder in angemessener Weise zuwenden können.
Ein anderes Kind, das aufgrund der Trennung der Eltern Gefühle der Trauer und Wut entwickelt hat und diese nicht ausdrücken kann (z.B. aus Angst den “verbleibenden” Elternteil zu sehr zu belasten) kann diese Gefühle im geschützten Rahmen der Therapie ausdrücken und so langsam seine Wut und Traurigkeit überwinden.
Kinder, die Dinge erlebt haben, die sie subjektiv
überwältigt
oder überfordert haben und die sich als Reaktion darauf
zurückziehen bzw. Sich sehr unruhig verhalten, können
durch
das Spiel die belastenden Situationen bearbeiten und zu einem positiven
Ende bringen. Dies führt dazu, das sie ihr inneres
Gleichgewicht und Selbstvertrauen wiedergewinnen.